wir werden alt- früher war alles besser

wir werden alt- früher war alles besser

Wir werden alt

oder: früher war alles besser…

Am Sonntag war es mal wieder soweit: mein persönlicher Horrortag. Geburtstag. Ich mag Geburtstage grundsätzlich nicht und versuche immer wieder, meinen zu ignorieren. Mal geht es gut, mal weniger. Und wie immer kamen an diesem Tag auch wieder mal Gedanken an früher auf, ebenso wie der berühmte- berüchtigte Satz “Früher war alles besser.” In der Regel hörte man diesen früher von älteren Herrschaften. Ich erinnere mich, dass ich ihn auch von meiner Oma das ein oder andere mal gehört habe. Meistens hat man damals die Augen verdreht. Doch wie datiert man heute dieses Wort früher und diesen Satz? Bei mir ist es die Zeit vor PC, Handy und Smartphone. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, was früher überhaupt anders war. Ob es besser war, lasse ich hier mal dahingestellt.

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Damals gab es noch kein Facebook, Instagram oder Snapchat. Zu meiner Zeit, als ich Kind war, gab es noch nicht mal das Handy. Das Telefon hing an einem Kabel und hatte eine Wählscheibe. Wir hatten zu der Zeit einen Wellensittich, der sowohl das Geräusch der Wählscheibe als auch das Klingel des Telefons nachmachen konnte. Damit legte er uns auch immer wieder rein: oftmals, wenn wir das Klingeln hörten und einer hingelaufen war, war es am Ende nur der Wellensittich.

Dann fing es irgendwann an mit PC. Mein Vater schleppte auch einen von ihnen an. Die Teile waren damals riesig. Am Ende konnte keiner von uns ihn bedienen (in der Schule lernte man sowas damals noch nicht) und mein Vater hatte es nicht wirklich mit Technik. Das Ding stand am Ende rum und wurde sogar beim Umzug von Düsseldorf nach Frankfurt mitgeschleppt, wo es dann noch viele Jahre im Keller stand.

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1) Verabredungen

Früher musste man dafür noch telefonieren, und das bitte schön nur kurz, denn es war verdammt teuer. Im Eiltempo musste Uhrzeit und Treffpunkt vereinbart werden. Und wer nicht oder viel zu spät kam, hatte eben Pech. Heute hingegen schickt man eine Whatsapp, SMS oder steht über die Sozialen Netzwerke ohnehin ständig im Kontakt. Man eröffnet eine Gruppe, postet wo man ist und wer kommt, der kommt und wenn man dann zusammengefunden hat, müssen erst noch die obligatorischen Selfies gemacht werden. Das Smartphone hat ja jeder dabei.

2) Google Maps, Landkarten und Navis

So etwas wie ein Navi gab es früher nicht. Alles lief über Landkarten, die man sich am Besten vor Fahrantritt genau anschauen musste und die während der ganzen Fahrt geöffnet bleiben sollten, sonst fand man die Strecke nie wieder und man musste auch während der Fahrt immer mal wieder darauf schauen, ob man sich nicht irgendwo verfahren hatte. Als irgendwann mal die ersten Navis aufkamen, waren die im Vergleich zu heute auch nicht wirklich der Bringer. Mein Vater sollte mal eines testen. Und irgendwie kam das Ding immer aus dem Takt und hörte auf, zu funktionieren, sobald man einmal anders als empfohlen abgebogen war. Landkarten lesen kann ich trotzdem bis heute nicht, mir war ständig schlecht im Auto.

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3) Filme und Serien

Früher, als ich Kind war, hatten wir nur einen Fernseher. Das hatte zur Folge, dass es oft am Wochenende Auseinandersetzungen gab, wenn ich wahlweise Biene Maja, Die Schlümpfe oder Pumuckl schauen wollte und er den Fernseher wegen seinen Filmen oder Sport anschalten wollte. Abends war es da unproblematischer, denn für Kinder waren die Mainzelmännchen das Tollste am Abendprogramm. Am Frühabend war es dann mal die Schwarzwaldklinik. Meine Freunde und ich wollten die damals immer sehen. Als ich dann Teenager war und es Serien wie Charmed oder Buffy gab, war das Ganze unproblematischer, denn wir hatten dann zwei Fernseher. Und das, was man verpasste, musste man halt auf Video aufnehmen. Die Dinger waren übrigens auch ziemlich groß und schwarz - und meistens funktionierte es nicht richtig oder es gab Bandsalat.

4) Kassetten, Schallplatten und CDs

Als ich klein war, gab es noch Kassetten. Das waren diese kleinen, viereckigen Dinger, durch die ein Band lief, das übrigens auch schnell zu Bandsalat neigte. Dabei kam das Band oben raus und wenn man ganz viel Pech hatte, ging es kaputt. Schallplatten gab es auch noch. Ihr erinnert euch? Diese runde Dinger aus Vinyl? Dafür gab es extra Player. Und manchmal blieb das Ding hängen und man hörte immer dasselbe.

5) Dating und Liebesleben

Dafür mussten wir noch vor die Haustür gehen und uns so verabreden. So etwas wie Tinder gab es nicht, ebenso den PC. Man war auf sein engeres Umfeld beschränkt und musste sich von Angesicht zu Angesicht treffen. In der Schule kamen dann so kleine Zettel auf, auf die man schrieb “Willst du mit mir gehen? Ja/ Nein/ Vielleicht”. Später verabredete man sich in der Schule auch mit den Zetteln.

6) Fotografie

Digitale Kameras gab es damals nicht, nur die analogen. In diese musste man einen Film einlegen, mit 12, 24 oder 36 Bildern. Wenn die verknipst waren (und das ging schnell), brauchte man einen neuen Film (und der war teuer). Das Entwickeln dauerte auch ewig und man konnte sich bis zum Ende nicht sicher sein, dass es was geworden war. Ich hatte damals auch mal so eine, die aber relativ schnell kaputt war.

Was war denn für euch früher besser oder, sagen wir, zumindest anders? Ob es besser war, muss jeder für sich entscheiden. Und wie definiert ihr für euch dieses “früher”?

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